Judozwerge

11. 03. 11
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Feuerwehr war gestern - Leon will jetzt Judoka werden

Recklinghauser Zeitung  (Christoph Schenk ) am 17. Februar 2011

HERTEN. Leon ist zwei Jahre alt, einen knappen Meter groß und bringt keine 15 Kilo auf die Waage. In seiner Freizeit schlüpft er leidenschaftlich gerne in die Rolle eines Feuerwehrmannes. Seit einigen Tagen hat er aber einen neuen Sport für sich entdeckt – Judo.

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Früh übt sich: Zwar geht es in diesen Judo-Kampf noch nicht um Wertungen,
Emma und lee haben aber trotzdem jede Menge Spaß am Sport. Foto Schenk

 

Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass der Spross von Mutter Steffi an seinem ersten Geburtstag erstmals erfolgreiche Gehversuche unternahm.

Kaum das Laufen erlernt, schon auf der Judomatte. Da sag nochmal einer, heutige Generationen seien faul.

Leon sind solche Gedankenspiele egal. Er kennt nur ein Ziel: Den Gymnastikraum im Hertener Gymnasium. Michaela Kauch vom Judo-Sport-Team Herten bietet hier einen Kurs für die ganz kleinen Kämpfer an.

Und das nicht ohne Grund: „Je früher die Kinder mit dem Sport beginnen, desto weniger Hemmungen haben sie, neue Dinge auszuprobieren.“ Besonders gehe es darum, den Kindern die Angst vor dem Fallen und vor dem Kontakt mit anderen zu nehmen. Spielerisch versteht sich. Da kommen auch einmal Hula-Hoop-Reifen oder Bälle zum Einsatz.

Keine Frage, die Kinder haben Spaß. Nun gut. Außer Julian. Während Leon mit seinem neuen Kumpel Lee über die Matte flitzt, hat sich der Dreijährige in dem Arm seiner Mutter verkrochen. Er jammert, will auf keinen Fall zu seinen Altersgenossen.

Das ist allerdings nur eine Momentaufnahme: „Er hat bis gerade geschlafen, sonst ist er immer mit Spaß bei der Sache“, beteuert seine Mutter.

Zum Judo gekommen ist ihr Jüngster über Bruder Christopher (7). Der ist schon länger beim Judo-Sport-Team und zeigt Julian gelegentlich die besten Kniffe im heimischen Wohnzimmer. „Da geht es schon einmal wild zur Sache“, weiß Mama aus Erfahrung.

Neu in der Truppe ist Nico. Auch er ist gerade einmal drei Jahre alt und war bisher beim Mutter-Kind-Turnen aktiv. „Jetzt braucht er aber eine neue Herausforderung“, betont Mutter Rebecca. Nun soll sich ihr Sohn beim Judo austoben.

Und siehe da: Kaum auf der Matte, knüpft Nico bereits erste Kontakte. Kein Wunder. Lockenkopf Emma hat ihn schließlich gleich gepackt und jetzt tollen sie gemeinsam durch den Gymnastikraum.

Da kann letztlich auch Julian nicht mehr widerstehen. Prompt tauscht er den mütterlichen Arm gegen das Getümmel. Na dann: Viel Spaß allerseits!

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