Die diesjährigen Meisterschaften der Judo-Jugend U15 und U18 verliefen für das Judo-Sport-Team Herten in diesem Jahr erfolgreich. Eine Qualifikation reicht bis zur Deutschen Meisterschaft.
Die Jugend U15 musste sich über die Kreismeisterschaften (wie berichtet) für die Bezirksmeisterschaften in Ibbenbüren als nächste Ebene qualifizieren. Starten durften Karim Al Baser als jüngster Jahrgang in der Gewichtsklasse bis 34 kg. Seinen ersten Kampf gewann er vorzeitig. In der nächsten Runde musste er gegen einen deutlich älteren und erfahreneren Gegner antreten. Trotz starkem Kampfgeist von Karim musste er seinem Gegner den Vortritt lassen. Ähnliches wiederholte sich in der Trostrunde, so dass am Ende für ihn Platz 7 erreicht war. Für die ersten Bezirksmeisterschaften in dieser Altersklasse eine tolle Leistung.
Bei der weiblichen U15 trat Charlotte Pungs in der Klasse bis 44 kg an. Nach einem Freilos in der ersten Runde bezwang sie ihre Gegnerin im folgenden Kampf spektakulär. Im Halbfinale musste sie ihrer Gegnerin nach spannendem Kampf gratulieren. So blieb für sie die Chance, sich im kleinen Finale um Platz 3 für die Westdeutsche zu qualifizieren. Auch hier stand der Kampf auf des Messers Schneide, zum Ende reichte es nicht ganz für das Treppchen. So blieb nur Platz 5.
Als letzte Gruppe trat die U18 an diesem Tag an. Hier trat Justus Koch in seiner neuen Gewichtsklasse bis 66 kg an. Die Kämpfe führte er im Stand stark, aber durch Unachtsamkeiten im Bodenkampf musste er bei Würgetechniken jeweils aufgeben. Sein erstes Turnier überhaupt kämpfte Milan Savic in der Klasse bis 73 kg. Mit erst wenigen Monaten Judoerfahrung und einem gelben Gürtel, aber schon anderer Kampfsporterfahrung, gelang es ihm, seine erste Begegnung gegen einen Orange-Grün-Gurt durch Armhebel im Boden zu gewinnen. Im anschließenden Halbfinale musste er gegen einen auch auf nationaler Ebene schon erfahrenen Braungurt aus Bottrop antreten. Hier machte sich der Erfahrungsunterschied deutlich bemerkbar und Milan verlor den Kampf. Auch im Kampf um Platz 3 hatte er gegen einen erfahreneren Judoka das nachsehen, so dass Platz 5 blieb. Dies ist ein sehr guter Erfolg für das erste Turnier als Judoka.
Ganz anders sah es beim Routinier Lukas Kauch in der gleichen Klasse bis 73 kg aus. Er musst durch die Auslosung in einen Vorkampf gegen den späteren Drittplatzierten Dennis Scheck aus Ladbergen ins Turnier starten. Lukas konnte hier aber souverän seine Leistung abrufen und gewinnen. In der nächsten Begegnung traf er auf seinen Trainingspartner Niklas Lichtblau vom PSV Recklinghausen. Nach gutem Kampf von beiden Kontrahenten setzte sich Lukas vorzeitig durch. Auch im Halbfinale ging es gegen einen Bekannten Gegner vom PSV Recklinghausen, Thomas Dox. Lukas Gegner stand sehr sicher und ging durch eine kleine Kontertechnik sogar in Führung. Lukas wollte diesen Kampf aber auch gewinnen und steigerte sich im Kampfverlauf, so dass er auch hier als Sieger von der Matte ging. Im Finale traf er dann auf den Halbfinalgegner von Milan, auf Jan Grela aus Bottrop. Die beiden kennen sich durch diverse Turniere und Lehrgänge schon gut. Daher war der Kampf durch viel Taktik geprägt. Schließlich gelang es Lukas, seinen Gegner im Bodenkampf in einem Haltegriff zu bekommen und gewann auch diesen Kampf vorzeitig. Lohn war als Bezirksmeister die Qualifikation für die Westdeutsche eine Woche später in Herne.

Hier war das Starterfeld in der Klasse bis 73 kg mit 20 Teilnehmern das vollste. Lukas erster Gegner kämpfte sehr defensiv, so dass es schwer war, eine Wertung zu erzielen. In der regulären Kampfzeit gelang dies keinem Judoka, so dass der Kämpf in die Verlängerung ging. Mit seiner Beharrlichkeit erzielte Lukas nach 6 Minuten 27 Sekunden die entscheidende Wertung und war eine Runde weiter. Auch sein nächster Gegner kämpfte wieder sehr passiv. Hier gelang es Lukas wieder nicht, einen Vorteil für sich zu gewinnen. Durch das höhere Risiko bei den Angriffen geriet er in Rückstand, den er bis zum Ende der Kampfzeit nicht mehr aufholen konnte. So ging es in die Trostrunde. Hier wartete der Bezirksmeister aus dem Bezirks Detmold, Logan Boszczyk, auf ihn. Nach guten drei Minuten konnte Lukas den Kampf vorzeitig gewinnen. Nun folgte mit Konstantin Arsentev der Bezirksmeister aus Köln. Trotz der Stärke des Gegners konnte Lukas den Kampf gut kontrollieren und mit einer seiner Spezialtechniken im Stand, einem Tai-Otoshi, den Sieg für sich verbuchen. Jetzt ging es im kleinen Finale um eine Medaille, wieder gegen einen Bezirksmeister, nämlich Corbinian Braunst aus Arnsberg. Die beiden haben schon häufiger gegeneinander gekämpft, mit unterschiedlichen Ausgängen. In dieser Begegnung neutralisierten sich beide lang Zeit und konnten keinen entscheidenden Vorteil ziehen. So musst auch hier die Verlängerung herhalten. Lukas behielt die Nerven und die Ausdauer und konnte nach knapp eineinhalb Minuten in der Verlängerung die Siegwertung erzielen. Damit erreichte er eine respektable Bronzemedaille in diesem Starken Teilnehmerfeld und die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft in Leipzig.

Jugendtrainer Tobias Kauch war mit allen Schützlingen sehr zufrieden, auch wenn es immer etwas Verbesserungspotenzial gibt. Aber insbesondere die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft übertraf auf jeden Fall die Erwartungen.
